Das Tropfsystem der Hydroponik

Hydroponik Erdbeeren im Tropfsystem

Das Tropfsystem der Hydroponik ist ein bekanntes und besonders effizientes Hydroponik-System. Wenn Du wissen willst, was ein Tropfsystem ist, wie es funktioniert und was Du beachten musst, dann ist dieser Beitrag genau richtig für Dich!

Viel Spaß beim Lesen!

Tropfsystem und Tröpfchenbewässerung

Hast Du mal einen Schlauch im Blumenbeet gesehen aus dem kleine Wassertropfen hinauslaufen? Wenn ja, dann hast Du die Tröpfchenbewässerung kennengelernt – eine sehr effiziente Bewässerungstechnik.

Die Tröpfchenbewässerung wurde von Simcha Blass entwickelt. Der Ingenieur und Erfinder präsentierte ca. 1950 der Öffentlichkeit seine erste zeitgesteuerte Tröpfchenbewässerung – mit großem Erfolg.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Tröpfchenbewässerung mit der Hydroponik kombiniert. Das Tropfsystem der Hydroponik war geboren. Erstmals war es nun möglich mehrere Pflanzen individuell mit derselben Nährlösung zu versorgen.

Was ist ein Tropfsystem?

Ein Tropfsystem ist ein aktives hydroponisches System und versorgt Pflanzen mittels Tröpfchenbewässerung mit Nährlösung. Bei der Tröpfchenbewässerung fließt Wasser durch einen Schlauch mit kleinen Löchern, aus denen das Wasser zu den Wurzeln gelangt.

Definition

Das Tropfsystem der Hydroponik wird in der wissenschaftlichen Literatur unter anderem wie folgt definiert:

In hydroponics, the irrigation systems deliver nutrient solution to the growth medium, if used, or direct to the roots of the plants, […]. (Schröder & Lieth (2002), S. 276)

Darüber hinaus meint Tröpfchenbewässerung

the application of water through point or line sources (emitters) on or below the […] substrate with low pressure and a low discharge rate. (Schröder & Lieth (2002), S. 280)

Demnach wird im Tropfsystem die Nährlösung durch einen Schlauch zu den Wurzeln oder zum Substrat transportiert. Mit einem geringen Wasserdruck tropft die Nährlösung durch die Löcher und Risse des Schlauches.

Aufbau und Funktion

Tropfsystem (Hydroponik System)

Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Variationen eines hydroponischen Tropfsystems. Die Funktionsweise ist jedoch bei allen gleich.

Das (Basis-) Tropfsystem der Hydroponik versorgt die Pflanzen mit der Tröpfchenbewässerung. Dafür pumpt eine Wasserpumpe aus dem Wasserreservoir die Nährlösung durch die Schlauchkonstruktion. In den meisten Fällen sind an dem Schlauch Tropfdüsen angeschlossen, aus denen die Nährlösung hinaustropft. Überschüssige Nährlösung tropft von den Netztöpfen in den Auffangbehälter und läuft wieder zurück in das Wasserreservoir.

Eigenschaften

Bei richtiger Handhabung gedeihen die Pflanzen prächtig und liefern hohe Erträge. Doch warum ist das so und was macht das Tropfsystem so besonders? Dafür gibt es 3 Gründe:

  • Optimale Kontrolle über Wasser- und Nährstoffversorgung

Die Wasser- und Nährstoffversorgung kann perfekt reguliert und auf die Pflanzen abgestimmt werden. Entweder ändert man den Wasserdruck oder reguliert die Tropfdüsen. Daher ist das Tropfsystem für viele unterschiedliche Pflanzenarten geeignet.

  • Individuelle Versorgung

Die Tropfdüsen ermöglichen eine individuelle Bewässerung. An der Düse kann die Bewässerungsintensität eingestellt werden. Verschiedene Pflanzenarten in unterschiedlichen Wachstumsstadien können daher individuell mit ein und derselben Nährlösung versorgt werden.

  • Skalierbarkeit

Ein Tropfsystem kann schnell und einfach erweitert werden – solange die Pumpleistung ausreicht. Einfach den Schlauch erweitern und weitere Pflanzen hinzufügen. Aus diesem Grund ist das Tropfsystem häufig in der kommerziellen Hydroponik vorzufinden.

Eigenschaften eines Tropfsystems im Überblick:

Aktivja
Passivnein
Zirkulierendja/nein
Luftpumpeoptional
Wasserpumpeja
Ernteertraghoch
Nährstoffversorgunghoch
Sauerstoffversorgunghoch

Equipment für ein Tropfsystem

Ein Tropfsystem ist einfach zu bauen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Für ein (Basis-) Tropfsystem benötigst Du:

  • Wasserreservoir: Der Behält sollte verschlossen und lichtundurchlässig sein, damit keine Algen wachsen. In dem Wasserreservoir lagert die Nährlösung. Diese kann bei Bedarf aufgefüllt werden.
  • Netztöpfe: Bei einem Tropfsystem brauchst Du Netztöpfe für die Pflanzen. Netztöpfe brauchst Du jedoch nicht, wenn der Auffangbehälter gänzlich mit Substrat gefüllt ist.
  • Wasserpumpe: Für ein kleines Tropfsystem genügt eine Pumpleistung zwischen 200 – 400 Liter die Minute.
  • Tropfdüsen: Eine Tropfdüse pro Pflanze genügt voll und ganz.
  • Schläuche: Die Tropfdüsen sind mit dünnen Schläuchen verbunden.
  • Zeitschaltuhr: Eine Zeitschaltuhr benötigst Du nur dann, wenn Du die Pflanzen nur zeitweise Bewässern möchtest. Bei einer kontinuierlichen Bewässerung ist die Zeitschaltuhr hinfällig.
  • Substrat: Das Substrat übernimmt eine wichtige Rolle. Die Bewässerungsintensität ist nämlich von den Eigenschaften des Substrates abhängig. Speichert das Substrat beispielsweise viel Wasser, bedarf es einer geringen Bewässerungsintensität.

Geeignete Pflanzen und Substrate für ein Tropfsystem

Aufgrund der Kontrolle über die individuelle Versorgungsintensität mit Wasser und Nährstoffen sind besonders viele Pflanzen für ein Tropfsystem der Hydroponik geeignet. Ein Tropfsystem ist vor allem für größere Pflanzen gedacht. Dazu zählen vor allem Fruchtpflanzen.

hydroponic tropfsystem mit melone
Melone in einem hydroponischen Tropfsystem

Pflanzen die in einem Tropfsystem wachsen:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Salat
  • Zucchini
  • Melonen
  • Kürbisse
  • Erbsen
  • Erdbeeren

Es gibt noch viel mehr Pflanzen, die in der Hydroponik wachsen.

Bei der Wahl des Substrates sind die Anforderungen der jeweiligen Pflanze zu beachten. Feuchtigkeitsliebende Pflanzen bevorzugen Substrate mit einer hohen Wasserspeicherkapazität. Beispielsweise Kokosfasern, Vermiculit oder Steinwolle. Substrate mit einer geringen Wasserspeicherkapazität sind hingegen Blähtonkugeln, Perlit oder Kies. Schaue Dir am besten alle Substrate der Hydroponik an.

Wartung und Pflege

Sobald das Tropfsystem richtig installiert ist, bleibt der Aufwand überschaubar. Das häufigste Problem ist die Verstopfung der Tropfdüsen. Im Laufe der Zeit lagern sich Salze aus der Nährlösung ab. Um dem Problem vorzubeugen, sollte das gesamte System nach einem Erntezyklus durchspült werden.

Wie bei anderen Hydroponik-Systemen ist die regelmäßige Kontrolle der Nährlösung wichtig. Der pH-Wert sollte wöchentlich überprüft werden. Wenn frische Nährlösung im System ist, sollte gerade zu Beginn der pH-Wert beachtet werden.

Neben dem pH-Wert sind der EC-Wert und die Temperatur zu beachten. Beide Werte sollten im Idealbereich der Pflanze liegen.

Zusammenfasung

Das Tropfsystem ist ein sehr effizientes und simples Hydroponik-System. Das System ist zudem skalierbar, versorgt Pflanzen individuell und eignet sich für die unterschiedlichsten Pflanzenarten. Die große Vielfalt an geeigneten Pflanzen machen das System so besonders.

Vorteile:

  • Genaue Kontrolle über Wasser- und Nährstoffversorgung
  • Erschwinglicher Anschaffungspreis
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Skalierbares System
  • Sehr effizient

Nachteile:

  • Konstruktion des Systems und Einstellung der Bewässerungsintensität erfordert etwas Erfahrung.
  • Vergeudung von Nährlösung bei einem nicht-zirkulierenden Tropfsystem.
  • Erhöhter Wartungsaufwand bei einem zirkulierenden System.

Weiterführende Literatur

2 Kommentare

  • Hallo!

    (Erstmal danke für die Seite- sie hilft so viel!)
    Wie stelle ich denn ein, wann und wie lange die Pumpe läuft? Bzw woran erkenne ich, dass es richtig eingestellt ist? Oder gibt es einen Tipp/eine Faustregel?

    Liebe Grüße!
    Louis

    • Hallo Louis,
      leider kann ich dir keine Faustregeln sagen, weil die Bewässerungsintensität von der Pflanze, ihrer Entwicklung und vom Substrat abhängt. Zudem unterscheiden sich die Tropfanlagen von Hersteller zu Hersteller. Daher musst Du selbst ein wenig ausprobieren, welche Intensität richtig ist. Das Substrat sollte in der Wurzelzone immer feucht sein. Die Pumpe kannst Du über eine Zeitschaltuhr steuern. Zuerst lieber etwas stärker bewässern als zu wenig, weil wenn die Wurzeln einmal ausgetrocknet sind ist auch die Pflanze hinüber. Ich wünsche Dir gutes Gelingen!
      Liebe Grüße
      Lasse

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